
Costa Rica Rundreise
Vier Wochen zwischen Karibik, Regenwald & Pazifik
Lesezeit: 18 Minuten
Meine Costa Rica-Route auf einen Blick
Reisedauer
4 Wochen
Reisezeit
Dezember / Januar
Reiseart
Individuell & Backpacking
Route
San José → Puerto Viejo → Tortuguero → Guanacaste → Tamarindo → Monteverde → San José
Besonders geeignet für
Naturliebhaber, Tierfans, Individualreisende & Backpacker
„Die Schweiz Mittelamerikas“
Nirgendwo sonst habe ich bisher so viele freilebende Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum erlebt wie in Costa Rica. Faultiere, Affen, Tukane und jede Menge andere Tiere begegneten uns unterwegs immer wieder und genau das ist mir von dieser Reise besonders in Erinnerung geblieben. Vier Wochen lang sind wir individuell durch Costa Rica gereist, von der Karibikküste über Tortuguero und das Landesinnere bis an die Pazifikküste. Dabei waren wir überwiegend mit öffentlichen Bussen unterwegs und haben Regenwälder, Strände, Vulkane und ganz unterschiedliche Regionen des Landes kennengelernt. Costa Rica ist vergleichsweise klein, trotzdem fühlte sich kaum eine Station wie die vorherige an. Besonders beeindruckt hat mich, wie präsent die Natur eigentlich überall war.
Beste Reisezeit
- Die beste Reisezeit für Costa Rica hängt stark von deiner Route ab. An der Pazifikküste und in vielen Teilen des Landes liegt die Trockenzeit ungefähr zwischen Mitte Dezember und Ende April. Diese Monate eignen sich besonders gut für Rundreisen, Wanderungen und Strandtage, sind allerdings auch die beliebteste Reisezeit.
- An der Karibikküste rund um Puerto Viejo und Tortuguero sieht das Wetter etwas anders aus. Hier gibt es keine ausgeprägte Trockenzeit und auch zwischen Dezember und Januar kann es häufiger regnen. Generell solltest du in Costa Rica unabhängig von der Reisezeit mit regionalen Wetterunterschieden rechnen.
- Meine Erfahrung: Wir waren im Dezember und Januar 2018/2019 vier Wochen im Land unterwegs. Für unsere Rundreise von der Karibik bis an den Pazifik hat die Reisezeit insgesamt sehr gut funktioniert.
Visabestimmungen
- Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 180 Tagen kein Visum für Costa Rica. Die tatsächlich erlaubte Aufenthaltsdauer wird allerdings bei der Einreise festgelegt und kann auch kürzer ausfallen.
- Für die Einreise benötigst du einen Reisepass oder vorläufigen Reisepass. Das Reisedokument muss mindestens am Tag der Einreise und am Folgetag gültig und in gutem Zustand sein. Da bei der Rück- oder Weiterreise über andere Länder häufig eine längere Gültigkeit verlangt wird, empfiehlt das Auswärtige Amt grundsätzlich einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist.
- Bei der Einreise musst du außerdem ein Rückflug-, Anschluss- oder Busticket sowie einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel für deinen Aufenthalt vorlegen können. Wenn du anschließend in ein Nachbarland weiterreisen möchtest, können zusätzlich dessen Einreisebestimmungen relevant sein.
- Mein Tipp: Prüfe die aktuellen Bestimmungen vor deiner Reise noch einmal beim Auswärtigen Amt und achte bei der Einreise darauf, welche Aufenthaltsdauer dir tatsächlich eingeräumt wurde. Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern.)
Unterkünfte
- Costa Rica bietet eine breite Auswahl an Unterkünften für jeden Geschmack und jedes Budget. Von einfachen Hostels für Backpacker über charmante Eco-Lodges mitten im Regenwald bis hin zu luxuriösen Resorts an der Pazifikküste ist alles dabei. Besonders empfehlenswert sind nachhaltige Unterkünfte, die Wert auf Umweltschutz legen und oft von Einheimischen betrieben werden.
- San Jose: Otoya 1907 Hotel
- Puerto Viejo: Bungalows Kire
- Tortuguero: Hotel El Icaco Tortuguero
- San Jose: Hotel Quinta Avenida
- Guanacaste: Paraiso Volcano Lodge
- Tamarindo: El Mono Loco Tamarindo
- Monteverde: Chillout House (Hostel)
Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten
- Costa Rica lebt für mich vor allem von seiner Natur und den Tierbeobachtungen. Auf unserer Rundreise gehörten der Tortuguero-Nationalpark, die Karibikküste rund um Puerto Viejo, die Vulkanlandschaft in Guanacaste, die Strände rund um Tamarindo und der Nebelwald von Monteverde zu unseren wichtigsten Stationen.
- Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die vielen Tiere, die wir unterwegs beobachten konnten, darunter Faultiere, Affen, Tukane, Aras und Kaimane. Dazu kamen ganz unterschiedliche Erlebnisse wie unsere Vulkanwanderung am Miravalles, heiße Quellen, eine Zipline-Tour durch Monteverde und die Begegnung mit einer Meeresschildkröte an der Pazifikküste.
- Wenn du mehr Zeit hast: Zu den bekannten Reisezielen, die sich je nach Route zusätzlich einbauen lassen, gehören der Vulkan Arenal mit La Fortuna und der Manuel-Antonio-Nationalpark an der Pazifikküste.
Gut zu wissen
Währung: Bezahlt wird mit dem Costa-Rica-Colón (CRC). US-Dollar werden vor allem in touristischen Regionen ebenfalls häufig akzeptiert. Für kleinere Geschäfte, Busse, Märkte und abgelegenere Orte würde ich trotzdem immer etwas Bargeld in Colones dabeihaben.
Unterwegs im Land: Wir waren auf unserer Rundreise überwiegend mit öffentlichen Bussen unterwegs. Das funktioniert auch als Individualreisender gut, allerdings dauern manche Verbindungen deutlich länger und Umstiege gehören dazu. Für abgelegenere Regionen kann ein Mietwagen flexibler sein.
Sprache: Die Amtssprache ist Spanisch. In touristischen Regionen kommst du häufig auch mit Englisch zurecht. Ein paar spanische Wörter und Sätze sind unterwegs trotzdem hilfreich.
Trinkgeld: In Restaurants ist häufig bereits eine Servicegebühr von 10 % enthalten. Prüfe deshalb zuerst die Rechnung, bevor du zusätzlich Trinkgeld gibst.
Trinkwasser: Leitungswasser ist in vielen Teilen Costa Ricas grundsätzlich trinkbar. In abgelegenen Regionen und dort, wo du dir bei der Wasserqualität unsicher bist, solltest du besser nachfragen oder auf abgefülltes bzw. gefiltertes Wasser zurückgreifen.
Natur & Tiere: Wildtiere solltest du weder anfassen noch füttern und immer ausreichend Abstand halten. Gerade die Tierbeobachtungen waren für mich eines der größten Highlights unserer Reise.
Pura Vida: Diesen Ausdruck wirst du in Costa Rica ständig hören. Er wird unter anderem als Begrüßung, Verabschiedung oder als Ausdruck dafür verwendet, dass alles gut ist.
Gleichzeitig war Costa Rica für mich im Vergleich zu meinen Backpacking-Reisen durch Asien deutlich teurer, was man bei der Reiseplanung definitiv berücksichtigen sollte. In diesem Reisebericht zeige ich dir unsere tatsächliche Route durch Costa Rica, erzähle von meinen Erfahrungen und gebe dir praktische Tipps für deine eigene Rundreise. Dazu findest du zusätzliche Empfehlungen für Orte und Aktivitäten, die du je nach Zeit und Route ergänzen kannst.

San José
Start unserer Costa-Rica-Rundreise
Unsere Costa-Rica-Rundreise begann in San José. Viel Zeit verbrachten wir bei unserer Ankunft allerdings nicht in der Hauptstadt, denn zunächst war sie für uns vor allem der Ausgangspunkt für die Weiterreise an die Karibikküste. Nach dem langen Flug blieben wir eine Nacht in San José und machten uns am nächsten Tag mit dem öffentlichen Bus auf den Weg nach Puerto Viejo. Gerade wenn du Costa Rica individuell bereist, ist San José ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, denn von hier erreichst du viele Regionen des Landes mit Fernbussen. Ganz verabschiedet hatten wir uns von San José zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Im Laufe unserer vierwöchigen Rundreise kamen wir noch einmal für einen Zwischenstopp zurück und am Ende der Reise verbrachten wir schließlich etwas mehr Zeit in der Hauptstadt.

Puerto Viejo
Karibisches Flair, Strände und ganz viel Pura Vida
Nach unserer ersten Nacht in San José führte uns die Reise mit dem öffentlichen Bus weiter nach Puerto Viejo de Talamanca an die südliche Karibikküste. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden und schon unterwegs veränderte sich die Landschaft immer mehr: dichteres Grün, kleine Orte und schließlich die ersten Blicke auf das Karibische Meer.
Puerto Viejo fühlte sich direkt ganz anders an als San José. Reggae Musik, kleine bunte Häuser, Fahrräder, Palmen und das Meer direkt vor der Tür sorgen für eine ziemlich entspannte Atmosphäre. Gerade nach der Anreise war das für uns der perfekte Ort, um erst einmal richtig in Costa Rica anzukommen.
Rund um Puerto Viejo liegen mehrere Strände, die du gut miteinander verbinden kannst. Besonders gut gefallen haben mir Playa Negra mit seinem dunklen Sand und Playa Cocles. Wenn du etwas mehr von der Küste sehen möchtest, kannst du dir im Ort ein Fahrrad mieten und damit die Strände und kleinen Orte in der Umgebung erkunden.

Auch Tierbeobachtungen gehören hier fast automatisch dazu. Faultiere und Affen leben in den Wäldern rund um Puerto Viejo und mit etwas Glück entdeckst du sie schon unterwegs. Eine weitere Möglichkeit ist das Jaguar Rescue Center, das verletzte und verwaiste Wildtiere aufnimmt und nach Möglichkeit wieder auswildert.
Wenn du mehr Zeit hast, lohnt sich außerdem ein Ausflug in den nahegelegenen Cahuita-Nationalpark. Dort führen Wanderwege durch den tropischen Küstenwald und immer wieder direkt am Meer entlang.
Und natürlich gehört für mich auch das Essen zu Puerto Viejo. In kleinen Sodas kannst du die karibisch geprägte Küche der Region probieren. Besonders typisch sind Rice and Beans, das hier mit Kokosmilch zubereitet wird, und Patí, eine gefüllte würzige Teigtasche. Für mich war Puerto Viejo vor allem ein Ort zum Runterkommen. Am Strand sitzen, durch den Ort schlendern, etwas essen und das Leben einfach mal laufen lassen. Genau diese entspannte Seite Costa Ricas ist mir von Puerto Viejo besonders in Erinnerung geblieben.

Tortuguero
Mit dem Boot in die Wildnis
Unser nächstes Ziel war Tortuguero an der Karibikküste. Schon die Anreise macht diesen Ort besonders, denn Tortuguero ist nicht über eine Straße mit dem restlichen Costa Rica verbunden. Für uns ging es zunächst mit öffentlichen Bussen bis zum Bootsanleger in La Pavona und von dort mit dem Boot weiter Richtung Tortuguero. Spätestens auf dem Wasser hatte ich das Gefühl, noch einmal in einem ganz anderen Costa Rica angekommen zu sein. Die Fahrt führt durch eine grüne Landschaft aus Flüssen, Kanälen und dichtem tropischem Wald.
Vor Ort wurde dann ziemlich schnell klar, warum die Region für ihre Tierwelt bekannt ist. Wir sahen Brüllaffen, Faultiere, Leguane, Kaimane und jede Menge Vögel. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein leuchtend roter Ara, der völlig entspannt in einem Mandelbaum saß und fraß. Solche Momente waren für mich einer der Gründe, warum mich Costa Rica so begeistert hat. Tortuguero ist außerdem einer der wichtigsten Orte Costa Ricas für Meeresschildkröten. Je nach Art kommen sie zu unterschiedlichen Zeiten zur Eiablage an die Strände. Wenn du gezielt wegen der Schildkröten nach Tortuguero reist, solltest du dich deshalb vorher informieren, welche Arten während deiner Reisezeit beobachtet werden können.

Eine der schönsten Möglichkeiten, die Umgebung zu erleben, sind Touren durch die Kanäle. Vom Wasser aus kannst du den Regenwald noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive erleben und mit etwas Glück Tiere entdecken, die du vom Land aus gar nicht sehen würdest. Auch Wanderungen durch den Nationalpark sind möglich.
Wir waren im Dezember und Januar dort, also außerhalb der bekannten Hauptsaison der Grünen Meeresschildkröten. Trotzdem hat sich Tortuguero für mich absolut gelohnt. Die Tiere, die üppige Landschaft und vor allem diese besondere Lage zwischen Meer, Kanälen und Regenwald haben den Ort zu einer meiner eindrücklichsten Stationen unserer Costa-Rica-Reise gemacht. Da es in Tortuguero feucht ist und Regen grundsätzlich dazugehört, würde ich leichte Regenkleidung und schnell trocknende Sachen einpacken. Was ich für solche Reisen sonst dabeihabe, findest du auch in meiner interaktiven Reisepackliste.
Guanacaste
Vulkanwanderung und heiße Quellen
Nach den feuchtwarmen Regenwäldern von Tortuguero führte unsere Reise in den Nordwesten Costa Ricas nach Guanacaste. Da die Strecke für uns nicht sinnvoll an einem Tag zu schaffen war, legten wir noch einmal einen Zwischenstopp in San José ein und reisten am nächsten Morgen weiter. Unser Ziel war Guayabo in der Nähe des Vulkans Miravalles. Wieder waren wir mit öffentlichen Bussen unterwegs: zunächst Richtung Liberia und anschließend mit einem lokalen Bus weiter nach Guayabo. Schon landschaftlich war der Unterschied zur Karibikküste deutlich zu spüren.

Der Miravalles ist mit 2.028 Metern der höchste Vulkan der Provinz Guanacaste. Wir wollten diesen natürlich besteigen und machten uns auf den Weg nach oben. Die Wanderung hatte es allerdings in sich. Matschige Wege, steile Anstiege und die dichte Vegetation machten den Aufstieg ziemlich anstrengend. Oben angekommen hatten wir mit der Aussicht leider weniger Glück. Der Gipfelbereich lag in dichten Wolken und viel zu sehen gab es nicht. Dafür wurden wir beim Abstieg mit einem weiten Blick über die grünen Täler und Berge belohnt.
Nach der Wanderung kam die Entspannung dafür genau richtig. Wir besuchten die Yökö Termales, wo wir unsere müden Beine in den warmen Thermalbecken erholen konnten. Die Region rund um den Miravalles ist vulkanisch und geothermisch aktiv, was sich an verschiedenen Stellen in Form von heißen Quellen und dampfenden Bereichen bemerkbar macht. Wenn du gerne wanderst und neben Stränden und Regenwald noch eine andere Seite Costa Ricas kennenlernen möchtest, fand ich die Gegend rund um Miravalles eine spannende Ergänzung unserer Route.

Catarata Llanos de Cortés
Ein Wasserfall mitten im Grünen
Ein weiteres Highlight in Guanacaste war für uns der Catarata Llanos de Cortés. Der Wasserfall liegt südlich von Liberia und stürzt über eine breite Felswand in ein natürliches Becken. Schon der erste Blick von unten war ziemlich beeindruckend. Besonders schön fand ich, dass man hier nicht nur kurz zum Fotografieren vorbeikommt. Rund um den Wasserfall gibt es einen kleinen Sandbereich und wir konnten uns nach den heißen Tagen in Guanacaste im Wasser abkühlen. Gerade die Kombination aus Wasserfall, grüner Vegetation und Baden hat mir richtig gut gefallen.
Wenn du den Catarata Llanos de Cortés auf deiner Costa-Rica-Rundreise einplanst, lässt er sich gut mit anderen Stationen in Guanacaste verbinden. Für uns war er auf jeden Fall einer der Orte, die mir aus dieser Region besonders in Erinnerung geblieben sind.

Tamarindo
Sonnenuntergänge & Schildkrötenstrände
Von Guanacaste führte unsere Reise weiter an die Pazifikküste nach Tamarindo. Dafür ging es zunächst mit dem Bus zurück nach Liberia und von dort weiter Richtung Küste. Nach Vulkanwanderung, heißen Quellen und Wasserfall warteten nun ein paar Tage am Meer auf uns. Tamarindo ist deutlich lebhafter und touristischer als viele der Orte, die wir zuvor besucht hatten. Rund um den Strand findest du zahlreiche Restaurants, Bars, kleine Geschäfte und Surfschulen. Besonders am Abend spielt sich viel direkt am Meer ab.
Was mir von Tamarindo besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die Sonnenuntergänge. Wenn die Sonne langsam im Pazifik verschwindet und sich der Himmel verfärbt, versammeln sich viele Menschen am Strand. Einfach im Sand sitzen und den Tag dort ausklingen lassen, gehörte für mich definitiv dazu.

Mein eindrücklichstes Erlebnis an der Pazifikküste hatte allerdings mit den Meeresschildkröten zu tun. Wir hatten das große Glück, eine Grüne Meeresschildkröte bei der Eiablage beobachten zu können. Natürlich hielten wir ausreichend Abstand und achteten darauf, das Tier nicht zu stören. Nach all den Tierbeobachtungen während unserer Reise war dieser Moment noch einmal etwas ganz Besonderes und ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben.
Die Region rund um Tamarindo ist für ihre Schildkrötenstrände bekannt. Nördlich von Tamarindo liegt Playa Grande, der zum Nationalpark Las Baulas gehört und ein wichtiger Niststrand für Meeresschildkröten ist. Wenn du selbst Schildkröten beobachten möchtest, solltest du dich unbedingt an die Schutzregeln vor Ort halten. Je nach Strand und Saison gelten unterschiedliche Zugangsregeln und Beobachtungen sind teilweise nur im Rahmen geführter Touren möglich.
Wenn du noch etwas mehr von der Küste sehen möchtest, kannst du neben Playa Grande auch den südlich von Tamarindo gelegenen Playa Langosta besuchen. Tamarindo selbst bietet außerdem zahlreiche Möglichkeiten zum Surfen und für andere Wassersportarten. Für uns waren es aber vor allem die Sonnenuntergänge, das Meer und natürlich die Begegnung mit der Schildkröte, die mir von Tamarindo in Erinnerung geblieben sind.
Monteverde
Abenteuer im Nebelwald
Von Tamarindo führte unsere Reise wieder ins Landesinnere nach Monteverde. Wir waren weiterhin mit öffentlichen Bussen unterwegs und fuhren zunächst nach Liberia, anschließend über Tilarán weiter in die Berge. Allein die Anreise war schon ein kleines Erlebnis. Die letzten Kilometer führten über kurvige Straßen immer weiter hinauf. Unterwegs spannte sich plötzlich ein Regenbogen über das weite Tal und die Landschaft leuchtete in satten Farben. Viele im Bus zückten sofort ihre Kameras und unser Busfahrer bemerkte das. Kurzerhand hielt er an, damit wir aussteigen und diesen Moment festhalten konnten. Genau dabei entstand eines meiner Lieblingsbilder dieser Reise.

In Monteverde angekommen, war der Unterschied zur heißen Pazifikküste sofort zu spüren. Auf rund 1.400 Metern Höhe war es deutlich kühler und feuchter. Nebel hing zwischen den Bäumen und überall war dieses satte Grün, für das die Region bekannt ist. Für etwas mehr Action besuchten wir den Selvatura Adventure Park. Dort ging es für uns per Zipline über die Baumkronen des Nebelwaldes, über Hängebrücken und schließlich auf die Tarzan-Schaukel. Gerade die Perspektive von oben auf den Wald fand ich ziemlich beeindruckend und das Ziplining gehörte definitiv zu den abenteuerlicheren Erlebnissen unserer Costa-Rica-Reise.
Natürlich wollten wir den Nebelwald auch zu Fuß erleben. Rund um Monteverde gibt es verschiedene Schutzgebiete und Wanderwege, auf denen du mitten durch die feuchten Bergwälder läufst. Moose, Farne und riesige Bäume prägen die Landschaft und mit etwas Glück lassen sich unterwegs Kolibris und andere Tiere beobachten. Ich kann dir den „Monteverde Cloud Forest Reserve“ sehr empfehlen. Dieses riesige Schutzgebiet gehört zu den artenreichsten Regionen der Erde.

Und dann war da noch der Kaffee. In Monteverde habe ich tatsächlich einen der besten Kaffees meines Lebens getrunken. In einem kleinen Café mit Blick auf die grünen Hügel probierte ich lokal angebauten und gerösteten Arabica-Kaffee, der so gut war, dass ich mir direkt ein paar Päckchen für zu Hause mitgenommen habe. Bis heute gehört Kaffee deshalb zu den Dingen, die ich sofort mit Monteverde verbinde.
Für mich war Monteverde vor allem wegen dieser Mischung besonders: morgens durch den Nebelwald laufen, später über die Baumkronen fliegen und zwischendurch richtig guten costa-ricanischen Kaffee trinken. Nach den heißen Tagen an der Pazifikküste war die kühle Bergregion außerdem noch einmal ein schöner Kontrast zum Rest unserer Reise.
Zurück nach San José
Die letzten Tage unserer Rundreise
Nach den letzten Tagen im kühlen Nebelwald von Monteverde ging es für uns mit dem öffentlichen Bus zurück nach San José. Damit schloss sich langsam der Kreis unserer vierwöchigen Costa-Rica-Rundreise. Nach all den Regenwäldern, Stränden, Vulkanen und kleinen Orten fühlte sich San José plötzlich wieder ziemlich trubelig an. Dieses Mal hatten wir aber etwas mehr Zeit für die Hauptstadt und konnten die letzten Tage unserer Reise entspannt ausklingen lassen. Besonders gut gefallen hat mir der Parque La Sabana. Der große Stadtpark ist eine grüne Abwechslung mitten in San José und wird von vielen Einheimischen zum Spazierengehen, Sport oder einfach zum Zusammensitzen genutzt. Nach den vielen Stationen unserer Rundreise war es schön, hier einfach ein bisschen durch die Stadt zu schlendern, ohne noch ein großes Programm vor sich zu haben.

An unserem letzten Tag wollten wir allerdings noch einmal etwas ganz anderes machen und besuchten den Parque Diversiones, einen Freizeitpark im Westen von San José. Achterbahnen, Wasserbahnen und Karussells waren vielleicht nicht der typischste Abschluss einer Costa-Rica-Reise, aber genau deshalb fand ich es irgendwie passend. Nach vier Wochen voller Natur und Tierbeobachtungen verbrachten wir unseren letzten Tag einfach mit ein bisschen Spaß, bevor es wieder nach Hause ging. Wenn du mehr Zeit für San José einplanst, kannst du dir außerdem das historische Zentrum anschauen. Rund um die Plaza de la Cultura liegen unter anderem das Nationaltheater und weitere Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Auch der Mercado Central ist eine Möglichkeit, noch einmal durch das alltägliche San José zu schlendern oder letzte Mitbringsel zu besorgen.
Für uns endeten damit vier ziemlich abwechslungsreiche Wochen zwischen Karibikküste, Regenwald, Vulkanen, Pazifik und Nebelwald.
Fazit
nach vier Wochen Costa Rica
Costa Rica ist mir vor allem wegen seiner unglaublichen Natur und Tierwelt in Erinnerung geblieben. Nirgendwo sonst habe ich auf einer Reise bisher so viele freilebende Tiere beobachten können. Faultiere, Affen, Kolibris, Tukane, Aras und schließlich die Meeresschildkröte bei der Eiablage waren Erlebnisse, die ich bis heute mit dieser Reise verbinde. Gleichzeitig hat mich die Abwechslung überrascht. Wir waren an der Karibikküste, sind mit dem Boot durch die Kanäle von Tortuguero gefahren, auf den Miravalles gewandert, haben unter einem Wasserfall gebadet, Sonnenuntergänge am Pazifik erlebt und sind in Monteverde durch den Nebelwald gelaufen. Vier Wochen waren für unsere individuelle Rundreise eine richtig gute Zeit, ohne dass wir das Gefühl hatten, jeden Ort möglichst schnell abhaken zu müssen.
Spannend finde ich bis heute auch einige Dinge, die Costa Rica als Land besonders machen. 2025 wurden 98,6 % der Elektrizität aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Geothermie, Wind, Biomasse und Sonne erzeugt. Und bereits 1948 schaffte Costa Rica seine Armee ab, eine Entscheidung, die 1949 auch in der Verfassung verankert wurde. Natürlich ist Costa Rica kein günstiges Backpacking-Land. Gerade im Vergleich zu meinen Reisen durch Asien waren die Kosten deutlich höher. Trotzdem würde ich die Reise jederzeit wieder machen. Die Mischung aus Regenwald, Vulkanen, zwei völlig unterschiedlichen Küsten und vor allem den vielen Tierbegegnungen hat Costa Rica für mich zu einem der abwechslungsreichsten Länder gemacht, die ich bisher bereist habe. Und vielleicht beschreibt „Pura Vida“ am Ende tatsächlich ziemlich gut, was mir von diesen vier Wochen geblieben ist.
Costa Rica Fotostrecke
FAQ
Häufige Fragen zur Costa Rica Rundreise
Was kostet eine 4-wöchige Costa-Rica-Rundreise?
Costa Rica gehört nicht zu den günstigsten Reiseländern Mittelamerikas und war für uns deutlich teurer als viele unserer Backpacking-Reisen durch Asien. Während unserer Reise 2018/2019 kamen wir mit etwa 40–60 € pro Person und Tag aus. Darin enthalten waren einfache Unterkünfte, Essen, öffentliche Busse und gelegentliche Aktivitäten.
Dieses Budget ist allerdings unser damaliger Erfahrungswert und kein aktueller Preis für 2026. Wie teuer deine Costa-Rica-Rundreise heute wird, hängt vor allem von Reisezeit, Unterkunft, Mietwagen oder Bus und den gebuchten Touren ab.
vor Ort über aktuelle Hinweise informieren. Besonders touristische Orte sind gut erschlossen und unkompliziert zu bereisen.
Kann man Costa Rica gut mit öffentlichen Bussen bereisen?
Ja. Wir haben einen Großteil unserer vierwöchigen Costa-Rica-Rundreise mit öffentlichen Bussen zurückgelegt. Das war deutlich günstiger als ein Mietwagen und hat für unsere Route gut funktioniert. Allerdings solltest du Zeit mitbringen: Manche Verbindungen dauern lange und teilweise musst du mehrmals umsteigen. Auch das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass Überlandreisen trotz relativ kurzer Entfernungen viel Zeit beanspruchen können.
Braucht man in Costa Rica Bargeld oder kann man mit Karte bezahlen?
Die Landeswährung ist der Costa-Rica-Colón (CRC). In touristischen Regionen werden teilweise auch US-Dollar akzeptiert und Kartenzahlung ist weit verbreitet. Für öffentliche Busse, kleinere Geschäfte, Märkte und abgelegenere Orte würde ich trotzdem immer etwas Bargeld in Colones dabeihaben.
Lohnt sich Costa Rica für Backpacker?
Ja, allerdings solltest du mit höheren Kosten rechnen als in klassischen günstigen Backpacking-Ländern. Wir waren vier Wochen individuell mit Rucksack unterwegs, haben überwiegend einfache Unterkünfte genutzt und viele Strecken mit öffentlichen Bussen zurückgelegt. Gerade wenn du gerne individuell reist, Tiere beobachtest und viel draußen unterwegs bist, eignet sich Costa Rica meiner Erfahrung nach sehr gut für eine Backpacking-Rundreise.
Welche Tiere kann man in Costa Rica sehen?
Costa Rica war für mich vor allem wegen seiner Tierwelt etwas Besonderes. Während unserer Rundreise haben wir unter anderem Faultiere, Brüllaffen, Tukane, Aras, Leguane, Kaimane, Kolibris und eine Meeresschildkröte gesehen. Welche Tiere du beobachten kannst, hängt stark von Region und Reisezeit ab. Besonders viele Tierbegegnungen hatten wir rund um Tortuguero und in den verschiedenen Regen- und Nebelwaldregionen.
Ist Costa Rica teuer?
Ja, Costa Rica ist für Mittelamerika ein vergleichsweise teures Reiseland. Besonders Unterkünfte, Nationalparkeintritte, Touren und touristische Aktivitäten können das Reisebudget schnell erhöhen. Wir haben während unserer Reise 2018/2019 versucht, die Kosten niedrig zu halten, indem wir überwiegend öffentliche Busse genutzt und in einfachen Unterkünften übernachtet haben. Trotzdem war Costa Rica für uns deutlich teurer als viele unserer Reisen durch Südostasien.
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