
Madeira Lieblingsspots
Meine persönlichen Lieblingsorte auf Madeira
Lesezeit: 12 Minuten
Ich reise selten mehrmals an denselben Ort zurück. Madeira ist da eine Ausnahme. Für mich ist Madeira das Hawaii Europas. Im Süden ist es warm und sonnig. Im Landesinneren ragen Berge auf, dazwischen liegen Wälder, oft neblig und mystisch. Der Norden Madeiras zeigt sich rauer: grün, windig, wild und wunderschön. Diese Gegensätze liegen nur wenige Kilometer auseinander. Genau diese Vielfalt, das milde Klima und die vielen Orte, die es noch zu entdecken gibt, sind der Grund, warum ich immer wieder nach Madeira zurückkomme. Deshalb habe ich dir meine ganz persönlichen Madeira Lieblingsspots zusammengestellt. Wunderschöne und faszinierende Orte zwischen Bergen und Meer, die ich dir hier gesammelt habe.
1. Funchal – Mercado dos Lavradores & Rua de Santa Maria
Der Süden
Hier beginnt für mich das echte Madeira‑Gefühl. Der Mercado dos Lavradores ist einer der bekanntesten Märkte der Insel,. Er zeigt sehr gut, was Madeira ausmacht: exotische Früchte, frischer Fisch, Blumenstände und portugiesische Gastfreundschaft. Die Markthalle wurde in den 1940er‑Jahren gebaut und ist bis heute ein Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Nicht weit entfernt lohnt sich ein Spaziergang durch die Rua de Santa Maria. Sie ist eine der ältesten Straßen Funchals, die früher das Herz des Viertels war und heute für ihre bemalten Türen und kleinen Restaurants bekannt ist. Abends kann man hier sehr gut essen und die tolle Atmosphäre genießen.
Warum besonders: Alltagsleben, bunte Farben, viel zu entdecken.
Ideal für: Stadtflair, Schlendern, erste Fotos.

2. Botanischer Garten & Seilbahn vom Hafen
Der Süden
Die Seilbahnfahrt über Funchal verändert den Blick auf die Stadt innerhalb weniger Minuten. Während unten die Dächer dichter werden, öffnet sich oben eine grüne Landschaft mit klaren Linien und angelegten Terrassen. Der Botanische Garten zeigt über tausend Pflanzenarten aus Madeira und anderen subtropischen Regionen und wirkt trotz seiner beachtlichen Größe entspannend und übersichtlich. Empfehlenswert ist es am späten Nachmittag hinaufzufahren. Da ist meist weniger Betrieb und das Licht in der Abendsonne besonders schön. Ich empfehle dir, die letzte Seilbahnfahrt zurück ins Tal zu nehmen. In den Wintermonaten ist dies 17:45 Uhr zum Sonnenuntergang und ein echtes Highlight!
Warum besonders: Wechsel von Stadt zu Natur in wenigen Minuten, Blick über Funchal, Vielfalt
Ideal für: Panoramablick, Artenvielfalt entdecken

3. Korbschlittenfahrt von Monte
Der Süden
Die Korbschlittenfahrt gehört zu den wohl ungewöhnlichsten Traditionen Madeiras. Entstanden ist sie im 19. Jahrhundert und diente ursprünglich als Transportmittel, um Menschen und Waren von Monte schnell und vergleichsweise bequem hinunter nach Funchal zu bringen. Gesteuert wird der Schlitten bis heute von sogenannten Carreiros, die ihn mit speziellen Schuhsohlen sicher abbremsen. Die Korbschlittenfahrt ist heute eine beliebte Touristenattraktion und ein Muss für jeden Besucher. Diese Attraktion ist weltweit einzigartig und solltest du nicht verpassen, wenn du auf Madeira bist.
Warum besonders: einzigartig, lokal, einprägsam.
Ideal für: Ein Erlebnis, das man nicht vergisst.

4. Ponta do Sol – Praia & Pier
Der Süden
Ponta do Sol gilt als einer der sonnigsten Orte Madeiras und war früher ein wichtiger Umschlagplatz für Zuckerrohr und landwirtschaftliche Produkte. Der kleine Kiesstrand lädt zum Verweilen und Entdecken ein. Links vom Strand mündet die Ribeira da Ponta do Sol ins Meer und bildet nach Regenfällen die Cascata Praia Ponta do Sol. Der Wasserfall ist vom Ufer aus gut sichtbar. Ein Aushängeschild des Ortes ist außerdem die historische Steinbrücke aus dem 19. Jahrhundert, von der sich schöne Ausblicke auf die Küste, den Strand und die umliegenden Klippen eröffnen. Entlang der Promenade mit ihren bunten Häusern lässt sich der Ort gut zu Fuß erkunden. Rund um Ponta do Sol erinnern alte Lagerhäuser, Tunnel und schmale Gassen an seine Geschichte als Küsten- und Handelsort. Durch die geschützte Lage an der Südküste ist das Licht hier besonders schön und warm, vor allem am späten Nachmittag, wenn die Sonne langsam tiefer steht und Ponta do Sol in ein schönes Abendlicht taucht.
Warum besonders: Licht, Ruhe, entspannte Atmosphäre.
Ideal für: Pausen, entspannte Abende, Sonnenanbeter

5. Cascata dos Anjos – Wasserfall über die Straße
Der Süden
Die Cascata dos Anjos gehört zu den ungewöhnlichsten Naturerscheinungen Madeiras. Mitten auf der alten Küstenstraße E.R.101 stürzt der Wasserfall von einer steilen Felswand herab. Er fließt direkt über die ehemalige Fahrbahn und mündet wenige Meter weiter ins Meer. Genau diese Verbindung aus Fels, Straße und Atlantik macht den Ort besonders und zu einem der meistfotografierten Wasserfälle der Insel. Der Wasserfall liegt nahe dem Ortsteil Anjos in der Gemeinde Ponta do Sol an der Südwestküste Madeiras. Von Funchal aus ist er in etwa 30 bis 35 Minuten mit dem Auto erreichbar. Auch ohne Mietwagen lässt sich der Ort gut besuchen: Von Ponta do Sol sind es rund 1,2 Kilometer zu Fuß entlang der alten Straße bis zur Cascata.
Die ehemalige Küstenstraße ist heute für den Autoverkehr gesperrt, bleibt aber für Fußgänger begehbar. Infrastruktur gibt es vor Ort nicht, weder Parkplätze noch Toiletten oder Restaurants. Gerade das trägt zur besonderen Atmosphäre bei. Besonders zur Golden Hour am späten Nachmittag taucht das Licht die Felswand, das herabstürzende Wasser und das Meer in warme Farben und bietet ideale Bedingungen für Fotos aus verschiedenen Perspektiven.
Warum besonders: Wasserfall über einer Straße, seltenes Zusammenspiel von Natur und Alltag.
Ideal für: Fotografie, kurzer Spaziergang, Stopp entlang der Südwestküste.

6. Calheta Beach & Whale Watching
Der Süden
Calheta ist einer der wenigen Orte auf Madeira mit einem Sandstrand direkt am Atlantik. Der feine Sand wurde aus Nordafrika importiert und sorgt für ein ungewohnt klassisches Strandgefühl auf einer Insel, die sonst vor allem für ihre dunklen Vulkanstrände bekannt ist. Durch die geschützte Lage an der Südküste ist das Meer hier häufig ruhiger und gut zum Schwimmen geeignet. Von der Marina in Calheta starten zudem Whale- und Dolphin-Watching-Touren, unter anderem mit H2O Madeira. Bei jedem Besuch nehme ich hier an einer Tour teil und jedes Mal ist es aufs Neue ein unvergessliches Erlebnis. Vor der Küste lassen sich regelmäßig Delfine, Grindwale und verschiedene Walarten beobachten, einmal sah ich sogar einen Buckelwal. Lass dir dieses Erlebnis von meinen Madeira Lieblingsspots nicht entgehen!
Warum besonders: Sandstrand, ruhiges Wasser, Zugang zum offenen Atlantik.
Ideal für: Baden, Bootstouren, Meerbeobachtung.

7. Achadas da Cruz – Seilbahn & Fajã da Quebrada Nova
Der Westen
Achadas da Cruz liegt hoch über der Nordwestküste Madeiras und ist vor allem für seine außergewöhnliche Seilbahn bekannt. Die Teleférico Achadas da Cruz führt zum unten gelegenen Fajã da Quebrada Nova und überwindet auf kurzer Strecke einen Höhenunterschied von rund 430 Metern. Mit einem Gefälle von fast 98 Prozent zählt sie zu den steilsten Seilbahnen Europas. Die etwa fünfminütige Fahrt eröffnet eindrucksvolle Blicke auf die Steilküste und den Atlantik. Unten angekommen erreicht man eine abgelegene Küstenebene, die bis heute landwirtschaftlich genutzt wird und mit Terrassenfeldern, einzelnen Häusern und viel Ruhe überrascht. Der Ort wirkt abgeschieden und ist weit entfernt vom touristischen Zentrum der Insel. Oft gibt es hier keinen Handyempfang, was dazu beiträgt, ganz bei der Landschaft und im Moment zu sein.
Warum besonders: Extreme Lage, Ruhe, ursprüngliche Landschaft.
Ideal für: Abgeschiedenheit, Naturbeobachtung, Perspektivwechsel.

8. Fanal & Witch Tree
Der Westen
Fanal liegt auf dem Paul‑da‑Serra‑Plateau auf rund 1.150 Metern Höhe und ist Teil des UNESCO‑geschützten Laurissilva‑Waldes, einem der letzten subtropischen Lorbeerwälder der Welt. Die teils jahrhundertealten, moosbewachsenen Lorbeerbäume stehen hier weitläufig auf offenen Wiesen und sind oft von Nebel umgeben, der dem Ort eine fast märchenhafte Atmosphäre verleiht. Besonders bekannt ist der sogenannte Witch Tree, ein stark verwachsener Lorbeerbaum mit verschlungenen Ästen, der sinnbildlich für die mystische Stimmung des Fanal‑Waldes steht und zu den meistfotografierten Motiven der Insel gehört.
Warum besonders: Lorbeerwald, Nebelstimmung, besondere Baumlandschaft.
Ideal für: Fotografie, ruhige Spaziergänge, Naturstimmung.

9. Pico do Arieiro – Berge über den Wolken
Im Landesinneren
Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Berg Madeiras und liegt zentral zwischen Nord- und Südküste. Trotz seiner Höhe ist der Gipfel über eine asphaltierte Straße gut erreichbar, was ihn zu einem der meistbesuchten Aussichtspunkte der Insel macht. Vor Ort gibt es Parkplätze, eine kleine Cafeteria, Toiletten sowie mehrere Aussichtspunkte, die ohne lange Wege erreichbar sind. Besonders in den frühen Morgenstunden entstehen hier eindrucksvolle Wolkenmeere, wenn der Nebel unter den Gipfeln liegt und die Bergkämme darüber hinausragen. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über das zentrale Bergmassiv und gelegentlich sogar bis zur Nachbarinsel Porto Santo.
Vom Pico do Arieiro startet die bekannte PR1‑Wanderung zum Pico Ruivo, dem höchsten Berg Madeiras. Die Strecke gilt als anspruchsvoll, führt über schmale Grate, Treppen und kurze Tunnelpassagen und erfordert Trittsicherheit sowie ausreichend Kondition. Je nach Variante und Wetterbedingungen sind für die Tour mehrere Stunden einzuplanen. Wind und Wetter können sich hier schnell ändern und sorgen dafür, dass sich Licht und Landschaft ständig neu zeigen. Eine wirklich eindrucksvolle Wanderung!
Warum besonders: Höhenlage, wechselnde Lichtstimmungen, Weitblick.
Ideal für: Sonnenaufgang, Berglandschaft, kurze oder anspruchsvolle Wanderungen.

10. Miradouro dos Balcões
Im Landesinneren
Der Miradouro dos Balcões liegt im Naturpark Ribeiro Frio im Nordosten Madeiras und ist Teil des PR11‑Wanderwegs entlang einer Levada. Der etwa 1,5 Kilometer lange Weg führt fast eben durch dichten Lorbeerwald und ist auch für ungeübte Wanderer gut machbar. Am Aussichtspunkt öffnet sich der Blick über das Tal der Ribeira da Metade bis zu den zentralen Bergketten Madeiras. Früh am Morgen oder am späten Vormittag ist es meist nicht so voll und man hat den Aussichtspunkt fast für sich allein.
Warum besonders: Große Aussicht bei geringer Gehzeit.
Ideal für: Leichte Wanderung, Landschaftsblick.

11. Seixal – Schwarzer Strand & Nordküste
Der Norden
Seixal liegt an der Nordwestküste Madeiras und ist bekannt für einen der wenigen natürlichen schwarzen Sandstrände der Insel. Der feine, vulkanische Sand der Praia do Porto do Seixal bildet einen starken Kontrast zu den üppig grünen Steilhängen und dem oft türkisfarbenen Atlantik. Der Strand ist frei zugänglich und ganzjährig geöffnet, allerdings zeigt sich das Meer hier deutlich rauer als im Süden, mit teils kräftiger Brandung und Strömung. Direkt am Strand gibt es einfache Infrastruktur wie Duschen, Toiletten und ein kleines Café. Im Norden Madeiras ist es meist etwas bewölkter, dennch lohnt sich hier ein Spaziergang am Strand. Entlang der Küste lassen sich zudem kleine Wasserläufe entdecken, die nach Regenfällen aus den Hängen ins Meer fließen.
Warum besonders: Schwarzer Sand, grüne Kulisse, wilde Küste.
Ideal für: Küstenfotografie, Naturkontraste.

12. Piscinas Naturais do Porto Moniz
Der Norden
Die natürlichen Lavapools von Porto Moniz entstanden durch uralte Lavaformationen, die am Atlantik natürliche Becken im schwarzen Gestein geformt haben. Mit jeder Flut wird frisches, klares Meerwasser hineingespült, das meist deutlich ruhiger ist als das offene Meer direkt dahinter. Die Pools liegen spektakulär zwischen massiven Felsen und bieten eine sichere Möglichkeit, im Atlantik zu schwimmen. Bei ruhiger See lassen sich in den Becken kleine Fische und Meereslebewesen beobachten, was das Schwimmen hier zusätzlich zu einem besonderen Naturerlebnis macht.
Warum besonders: Natürliche Becken, Meerwasser, Vulkanlandschaft.
Ideal für: Baden in natürlicher Umgebung.

13. Santana – Traditionelle Häuser & grüne Nordküste
Der Norden
Santana liegt an der grünen Nordküste Madeiras und ist vor allem für seine traditionellen strohgedeckten Häuser bekannt. Sie zählen zu den bekanntesten Fotomotiven der Insel. Die sogenannten Casas de Santana sind dreieckige Bauernhäuser mit reetgedeckten Dächern, die früher aus lokalen Materialien wie Holz und Stroh gebaut wurden und durch ihre Form gut vor Regen schützten. Heute sind viele dieser Häuser restauriert und geben einen anschaulichen Einblick in die ländliche Bauweise vergangener Jahrhunderte. Rund um Santana prägen steile Berghänge, tiefe Täler, Lorbeerwald und zahlreiche kleine Wasserfälle die Landschaft. Die Region gehört zu den grünsten Teilen Madeiras und verbindet kulturelles Erbe mit ursprünglicher Natur.
Warum besonders: Traditionelle Architektur, grüne Landschaft.
Ideal für: Kulturelle Einblicke, kurze Spaziergänge.

14. Machico – Praia & Ruhe
Der Osten
Machico gilt als Geburtsort der Inselgeschichte: Hier landeten 1419 die ersten portugiesischen Entdecker und legten damit den Grundstein für die Besiedlung Madeiras. Die geschützte Bucht liegt eingebettet zwischen grünen Hängen und öffnet sich sanft zum Atlantik. Direkt im Ort findest du gleich zwei unterschiedliche Strandbereiche: den Praia de Machico mit hellem, aufgeschüttetem Sand sowie den Praia da Banda Além, einen natürlichen Kies‑ und Steinstrand mit Blick auf die alte Stadtseite. Entlang der Promenade laden Cafés und Sitzplätze zum Verweilen ein. Der Ort ist etwas ruhiger und ideal für alle die diese ruhige Atmosphäre suchen und zu schätzen wissen.
Warum besonders: Historischer Ort, ruhige Strandatmosphäre.
Ideal für: Morgenstunden, entspannte Strandzeit.

15. Miradouro da Pedra Furada
Der Osten
Der Miradouro da Pedra Furada ist einer meiner Lieblingsspots Madeiras und liegt im Osten auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço bei Caniçal. Von hier öffnet sich ein weiter Blick über die zerklüftete Atlantikküste mit steilen Felsklippen und offenen Meeresflächen. Der Name bezieht sich auf markante, durch Erosion geformte Felsstrukturen in der Umgebung. Der Aussichtspunkt ist atemberaubend schöne und zeigt die raue, offene Küstenlandschaft des Ostens in ihrer ganzen Pracht.
Warum besonders: Weitblick, ruhige Lage.
Ideal für: Kurze Stopps, Landschaftsblick.

Fazit
Eine Insel, viele Gesichter
Was Madeira für mich so besonders macht, ist nicht ein einzelner Ort, sondern der ständige Wechsel. Innerhalb kurzer Zeit verändert sich hier alles: das Licht, die Farben, die Landschaft. Der Süden ist sonnig und warm, der Norden rau und sattgrün, das Landesinnere atemberaubend und oft von Wolken umhüllt.
Meine Lieblingsspots zeigen dir, wie vielfältig Madeira ist. Auf engem Raum treffen subtropisches Klima, Vulkanberge, steile Küsten, tiefe Täler und üppige Wälder aufeinander. Der uralte Laurissilva-Wald, der rund ein Fünftel der Insel bedeckt, sorgt zusammen mit den Bergen und dem Atlantik für starke Mikroklimate, wechselnde Lichtstimmungen und ganz unterschiedliche Landschaftsbilder. Genau diese Mischung macht Madeira so spannend und sorgt dafür, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.
Was sind deine Lieblingsspots auf Madeira? Schreibe es mir gern in die Kommentare!
Madeira Fotostrecke














