
Jamaika Rundreise
Das „Land aus Licht und Wasser“
Lesezeit: 10 Minuten
Meine Jamaika-Route auf einen Blick
Reisedauer
3 Wochen
Reisezeit
Januar
Reiseart
Individuell & Backpacking
Route
Montego Bay → Ocho Rios → Port Antonio → Kingston → Negril
Besonders geeignet für
Backpacking, Natur, Strände & jamaikanische Kultur
3 Wochen individuell durch Jamaika
Karibikflair, Reggae-Vibes und atemberaubende Natur
Jamaika wollte ich nicht nur vom Strand oder aus einem Resort kennenlernen. Drei Wochen lang reisten wir individuell über die Insel, mit Bussen und „Route Taxis“ von Montego Bay über Ocho Rios und Port Antonio nach Kingston und schließlich bis nach Negril. Dabei zeigte sich Jamaika für mich viel abwechslungsreicher, als ich es vorher erwartet hatte. Wasserfälle und üppig grüne Landschaften gehörten genauso dazu wie das wuselige Kingston, kleine Orte unterwegs und die entspannten Tage am Meer.
Beste Reisezeit
- Jamaika kannst du grundsätzlich das ganze Jahr bereisen. Besonders beliebt sind die Monate Dezember bis April, wenn es meist trockener ist und die Temperaturen angenehm warm bleiben. Januar bis März gehören auf Jamaika zur trockeneren Jahreszeit.
- Ich selbst war im Januar 2017 drei Wochen auf Jamaika unterwegs. Damit lag unsere Reise mitten in dieser trockeneren Reisezeit.
- Mehr Niederschlag fällt normalerweise vor allem zwischen Mai und Juni sowie von September bis November. Tropische Regenschauer können aber grundsätzlich jederzeit auftreten. Von Juni bis November liegt Jamaika außerdem innerhalb der atlantischen Hurrikansaison.
Visabestimmungen
- Für deutsche Staatsangehörige ist für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen kein Visum erforderlich. Vor der Einreise musst du dich allerdings über das kostenlose Online-Formular PICA: Enter Jamaica registrieren. Außerdem benötigst du einen gültigen Reisepass.
Unterkünfte
- Auf unserer dreiwöchigen Rundreise haben wir überwiegend in kleineren Unterkünften und Gästehäusern übernachtet. Das passte für uns viel besser zu einer individuellen Reise durch Jamaika als große All-Inclusive-Resorts.
- Ocho Rios: Sea Shell Palms
- Port Antonio: Germaican Hostel
- Kingston: Widcombe House
- Negril: Roots Cafe Rooms
- Besonders das Germaican Hostel bei Port Antonio ist mir in Erinnerung geblieben. Die Unterkunft lag etwas oberhalb der Stadt und wir hatten von dort einen schönen Blick über die grüne Landschaft bis Richtung Küste. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand wurde das Hostel inzwischen vom damaligen Besitzer aufgegeben und ist daher keine aktuelle Unterkunftsempfehlung mehr.
Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten
- Jamaika bietet deutlich mehr als Strandurlaub. Auf einer individuellen Rundreise lassen sich Küstenorte, Wasserfälle, Städte und die Musikgeschichte der Insel gut miteinander verbinden. Auf unserer Route standen unter anderem Ocho Rios, Port Antonio, Kingston und Negril im Mittelpunkt.
- Zu den bekannten Zielen entlang beziehungsweise rund um diese Route gehören die Wasserfälle bei Ocho Rios und Port Antonio, das Bob Marley Museum in Kingston sowie der Seven Mile Beach in Negril. Wenn du mehr Zeit hast, bieten sich außerdem die Blue Mountains mit ihren Wanderwegen und Kaffeeplantagen an.
Gut zu wissen
- Unterwegs auf Jamaika
- Wir waren auf unserer Rundreise hauptsächlich mit Bussen und Route Taxis unterwegs. Das ist günstig und funktioniert auch ohne Mietwagen, allerdings solltest du etwas Geduld mitbringen. Gerade kleinere Busse und Minivans fahren häufig erst los, wenn genügend Fahrgäste zusammengekommen sind. Für individuelle Fahrten kannst du offizielle Taxis nutzen. Wenn du selbst fahren möchtest, solltest du beachten, dass auf Jamaika Linksverkehr herrscht.
- Währung & Bezahlen
- Die Landeswährung ist der Jamaikanische Dollar (JMD). In touristischen Regionen werden teilweise auch US-Dollar akzeptiert. Ich würde trotzdem möglichst in JMD bezahlen, gerade in kleineren Geschäften, auf Märkten oder bei lokalen Transportmitteln. Preise aus meiner Reise 2017 nenne ich weiter unten teilweise noch als persönliche Orientierung, sie sind aber nicht mit heutigen Preisen gleichzusetzen.
- Sprache
- Die Amtssprache ist Englisch. Im Alltag hörst du sehr häufig Jamaican Patois beziehungsweise Patwa, eine auf Englisch basierende Kreolsprache mit Einflüssen unter anderem aus westafrikanischen Sprachen. Mit Englisch kommst du als Reisender normalerweise gut zurecht.
- Sicherheit
- Bei einer individuellen Jamaika-Reise solltest du dich vorab über die aktuelle Sicherheitslage informieren. Bestimmte Regionen und Stadtviertel können problematisch sein, und die Lage kann sich verändern. Besonders in Städten würde ich nachts abgelegene Gegenden meiden und bei Transporten auf seriöse Anbieter achten. Aktuelle Hinweise findest du beim Auswärtigen Amt.
In diesem Reisebericht nehme ich dich mit auf unsere 3-wöchige Jamaika-Rundreise und zeige dir unsere Route, persönliche Erfahrungen und die Orte, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Dazu bekommst du praktische Tipps, wenn du Jamaika ebenfalls individuell oder mit dem Rucksack bereisen möchtest.

Montego Bay
Ankommen auf Jamaika
Montego Bay war der Startpunkt unserer Jamaika-Rundreise. Nach der Ankunft blieben wir hier zwei Tage, um erst einmal auf der Insel anzukommen, bevor es mit dem Bus weiter nach Ocho Rios ging.
Wenn du etwas mehr Zeit in Montego Bay verbringen möchtest, gehört der Doctor’s Cave Beach zu den bekanntesten Stränden der Stadt. Entlang der Gloucester Avenue, dem sogenannten Hip Strip, findest du außerdem Restaurants, Bars und kleinere Geschäfte. Für Schnorchler und Taucher ist der Montego Bay Marine Park eine weitere Möglichkeit den Ort kennenzulernen. Für uns war Montego Bay vor allem der Einstieg in die Reise. Nach zwei Tagen ging es weiter Richtung Ocho Rios, wo Jamaika für mich deutlich naturbetonter wurde.

Ocho Rios
Wasserfälle, Busfahrten und Jerk Chicken
Nach zwei Tagen in Montego Bay ging es mit dem Bus weiter nach Ocho Rios. Schon bei dieser Fahrt merkten wir, dass öffentliche Verkehrsmittel auf Jamaika etwas anders funktionieren als zu Hause: Der Bus fuhr nicht nach einem festen Fahrplan los, sondern erst, als genügend Fahrgäste zusammengekommen waren. Für uns war das anfangs ungewohnt, aber wir gewöhnten uns schnell daran und passten uns schnell dem jamaikanischen Rhythmus an.
Rund um Ocho Rios dreht sich vieles um Wasserfälle. Wir besuchten das Blue Hole, wo man zwischen natürlichen Becken, kleinen Wasserfällen und Felsen unterwegs ist. Wasserschuhe sind hier wirklich sinnvoll, weil die Steine teilweise rutschig sein können. Wenn du noch mehr Zeit hast, kannst du außerdem die bekannten Dunn’s River Falls besuchen. Dort kaskadiert das Wasser über mehrere Felsstufen hinunter Richtung Meer. Gerade zu den Hauptzeiten kann es allerdings ziemlich voll werden, deshalb lohnt sich ein früher Besuch.

Was für mich ebenfalls zu Jamaika gehört: Jerk Chicken. Wir haben es an Straßenständen gegessen, meist mit Reis und Bohnen oder Festivals, leicht süßlichen frittierten Teigstücken. Super lecker!
Port Antonio
Grüne Küste, Wasserfälle und ruhigeres Jamaika
Nach ein paar Tagen in Ocho Rios ging es mit dem Bus weiter nach Port Antonio. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden und führte uns immer weiter Richtung Osten. Wir übernachteten damals im Germaican Hostel, das etwas oberhalb der Stadt lag. Von dort hatten wir einen wahnsinnig schönen Blick über die grüne Landschaft bis zur Küste. Das Hostel wurde von einem deutschen Auswanderer geführt. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand wurde das Hostel inzwischen vom damaligen Besitzer leider aus persönlichen Gründen aufgegeben.

Rund um Port Antonio haben wir die Gegend erkundet und dabei auch die Folly Mansion besucht, die heute nur noch als Ruine erhalten ist. Das verlassene Gebäude direkt an der Küste war für mich vor allem fotografisch spannend. Auch der Bezug zur Musikgeschichte ist interessant: Teile des Musikvideos zu „Fu-Gee-La“ von den Fugees wurden dort gedreht.
Ein weiteres Highlight unserer Zeit in der Region waren die Reach Falls. Statt nur den oberen Bereich der Wasserfälle zu besuchen, waren wir mit einem Local unterwegs, der uns einen ganz anderen Zugang zeigte. Wir starteten weiter unten und liefen zunächst durch teilweise unwegsamen Dschungel, bevor wir uns durch natürliche Becken und über Felsen Stück für Stück die Wasserfälle hinaufarbeiteten. Für mich war das eines der schönsten Naturerlebnisse auf Jamaika. Gerade solche Erlebnisse zeigen das es sich lohnt, vor Ort mit Locals ins Gespräch zu kommen. Sie kennen Wege und Orte, die man allein vermutlich nie finden würde und zeigen einem dadurch noch einmal eine ganz andere Seite des Landes.
Bei den Stränden rund um Port Antonio haben wir Frenchman’s Cove, Blue Lagoon, Boston Beach und Winnifred Beach besucht. Am besten gefallen hat mir ganz klar Frenchman’s Cove. Die kleine Bucht mit dem Fluss, der direkt ins Meer mündet, fand ich besonders schön und würde ich auch heute noch als einen meiner Lieblingsorte rund um Port Antonio nennen.

Die Blue Lagoon wirkte dagegen ganz anders, mit sehr tiefem, intensiv gefärbtem Wasser. Der Boston Beach ist vor allem wegen seiner Verbindung zur Jerk-Küche bekannt, während Winnifred Beach ein naturbelassener schöner Strand ist der viel von Locals besucht wird.
Kingston
Reggae, Street Art und Großstadtleben
Nach Port Antonio ging es für uns weiter nach Kingston. Im Vergleich zu den kleineren Orten an der Küste fühlte sich die Hauptstadt deutlich belebter und urbaner an. Was wir unbedingt besichtigen wollten, war das Bob Marley Museum im ehemaligen Wohnhaus des Musikers. Bei der geführten Tour bekommt man einen guten Einblick in sein Leben, seine Musik und die Bedeutung von Reggae für Jamaika. Zu sehen sind unter anderem persönliche Gegenstände, Instrumente und Auszeichnungen. Für mich gehörte der Besuch zu den interessantesten Stationen in Kingston.

Auch kulinarisch haben wir in Kingston einiges ausprobiert. Curry Goat und Ackee and Saltfish gehören zu den Gerichten, die mir von der Reise besonders in Erinnerung geblieben sind. Gerade in Kingston fand ich es spannend, die jamaikanische Küche einmal abseits der typischen Jerk-Stände kennenzulernen.
Sehenswert ist außerdem die Fleet Street. Die Straße ist für ihre großflächigen Wandbilder bekannt. Viele der Murals greifen Themen aus dem Viertel und der jamaikanischen Kultur auf, weshalb sich ein Spaziergang dort auch fotografisch lohnt.

Einen Ausflug machten wir außerdem zum Hellshire Beach südlich von Kingston. Der Strand ist besonders für die kleinen Fischstände bekannt, an denen frisch zubereiteter Fisch verkauft wird. Der Strand ist recht belebt. Hier spürt man direkt das jamaikanische Lebensgefühl.
Negril
Zum Abschluss ans Meer
Nach Kingston ging es für uns für ein paar letzte Tage nach Negril. Nach mehreren Wochen mit vielen unterschiedlichen Stationen war es genau der richtige Ort, um die Reise entspannt ausklingen zu lassen.

Wir hatten eine Unterkunft direkt am Strand und verbrachten viel Zeit am Seven Mile Beach. Neben entspannten Stunden am Meer machten wir auch Schnorchelausflüge zu den vorgelagerten Riffen. Die Korallenriffe waren zu dem Zeitpunkt noch sehr intakt und die Artenvielfalt Unterwasser unglaublich schön.
Zwei Abende verbrachten wir im Rick’s Café an der Westküste von Negril. Bekannt ist der Ort vor allem für seine Klippenspringer und die Sonnenuntergänge über dem Meer. Bei gutem Essen, Reggae Livemusik und kühlen Drinks war das Lokal ein guter Abschluss bevor wir die Heimreise nach Deutschland antraten
Fazit
Jamaika individuell bereisen
Nach drei Wochen auf Jamaika ist mir vor allem die Vielfalt der Insel in Erinnerung geblieben. Montego Bay, Ocho Rios, Port Antonio, Kingston und Negril haben uns ganz unterschiedliche Seiten des Landes gezeigt und genau das hat die Rundreise für mich so abwechslungsreich gemacht. Besonders beeindruckt hat mich die Gegend rund um Port Antonio. Die grüne Landschaft, die Wasserfälle und die Strände dort haben mir persönlich am besten gefallen. Negril war für mich jedoch Karibikfeeling pur und ist für mich deshalb der perfekte Abschluss einer Jamaikarundreise.
Jamaika lässt sich auch ohne Mietwagen individuell bereisen. Mit Bussen und Route Taxis waren wir flexibel unterwegs und konnten unsere Route selbst bestimmen. Dafür braucht man manchmal etwas Geduld, aber genau diese Art zu reisen hat gut zu uns gepasst. Wenn du Jamaika nicht nur als Strandziel kennenlernen möchtest, sondern verschiedene Regionen, Natur, Städte und den Alltag unterwegs erleben willst, würde ich eine Rundreise jederzeit wieder empfehlen. Für mich war Jamaika deutlich vielseitiger, als ich es vor der Reise erwartet hatte.
Jamaika Fotostrecke
FAQ: Jamaika Rundreise
Deine wichtigsten Fragen
Kann man Jamaika gut mit dem Rucksack bereisen?
Ja. Wir waren selbst individuell und überwiegend mit Bussen und Route Taxis unterwegs. Gerade zwischen größeren Orten funktioniert das grundsätzlich gut. Route Taxis fahren auf festen Strecken und nehmen mehrere Fahrgäste mit. Auch die jamaikanische Tourismusbehörde nennt Busse und Route Taxis als reguläre Möglichkeiten, sich auf der Insel fortzubewegen.
Ist Jamaika für Backpacker und Individualreisende geeignet?
Ja, Jamaika eignet sich gut für Individualreisende und Backpacker! Es gibt günstige Hostels, lokale Busse und günstige Essensmöglichkeiten. Allerdings solltest du auf deine Sicherheit achten, dich gut informieren und gesunden Menschenverstand anwenden, besonders in den Abendstunden.
Was kostet eine Jamaika-Reise für 3 Wochen?
Das hängt stark davon ab, wie du reist. Backpacking mit einfachen Gästehäusern, lokalen Bussen und Essen an Straßenständen ist deutlich günstiger als eine Reise mit Resorts, Mietwagen und organisierten Ausflügen. Eine aktuelle Auswertung von Reisekosten nennt im Durchschnitt etwa 140 US-Dollar pro Person und Tag, allerdings über alle Reisearten hinweg. Für Backpacker kann das Budget deshalb deutlich darunter liegen.
Wie kommt man auf Jamaika am besten von Ort zu Ort?
Wenn du individuell reist, kannst du zwischen Bussen, Route Taxis, privaten Taxis und Mietwagen wählen. Wir selbst waren überwiegend mit Bussen und Route Taxis unterwegs. Das war günstig und hat für unsere Rundreise gut funktioniert.
Sollte man auf Jamaika mit US-Dollar oder Jamaika-Dollar bezahlen?
Die offizielle Währung ist der Jamaikanische Dollar (JMD). In touristischen Gegenden werden teilweise auch US-Dollar akzeptiert. Für kleinere Geschäfte, lokale Verkehrsmittel oder Märkte ist JMD jedoch praktischer. Geldautomaten für internationale Bankkarten gibt es vor allem in den größeren Orten und Ferienregionen.









