
Yucatán Rundreise
Vier Wochen individuell durch Mexikos Südosten
Lesezeit: 17 Minuten
Meine Yucatan-Route auf einen Blick
Reisedauer
4 Wochen
Reisezeit
Dezember / Januar
Reiseart
Individuell & Backpacking
Route
Cancún → Holbox → Isla Mujeres → Cozumel → Tulum → Bacalar → Valladolid → Chichén Itzá → Mérida → El Cuyo
Besonders geeignet für
Backpacking, Maya-Kultur, Inseln & Natur
Halbinsel Yucatan
Backpacking Erfahrungen in Mexiko
Vier Wochen waren wir mit dem Rucksack auf der Yucatán-Halbinsel unterwegs. Unsere Reise führte uns von Cancún über mehrere Inseln an der Karibikküste weiter nach Tulum und Bacalar und anschließend ins Landesinnere nach Valladolid, Chichén Itzá und Mérida. Dabei war die Reise ziemlich abwechslungsreich: Wir schnorchelten vor Cozumel, besuchten Maya-Stätten und Cenoten, segelten über die Lagune von Bacalar und verbrachten zwischendurch immer wieder ein paar Tage am Meer. Nicht alles lief dabei nach Plan. Gleich zu Beginn verpassten wir unseren Anschlussflug und auf Holbox stellte sich unsere gebuchte Unterkunft als Fake heraus.
Beste Reisezeit
- Die angenehmste Reisezeit für Yucatán liegt meist zwischen November und April, wenn es trockener und etwas weniger schwül ist. Wir waren selbst im Dezember und Januar unterwegs und lagen damit mitten in dieser Reisezeit. Von Mai bis Oktober fällt häufiger Regen, die Hurrikansaison reicht grundsätzlich von Juni bis November.
Visabestimmungen
- Für deutsche Staatsangehörige ist für touristische Aufenthalte von bis zu 180 Tagen kein Visum erforderlich. Dein Reisepass sollte bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Je nach Einreisestelle kann die tatsächlich genehmigte Aufenthaltsdauer auch kürzer ausfallen, deshalb solltest du den Einreisestempel bzw. das Einreiseticket direkt kontrollieren.
- Bei der Einreise per Flugzeug wird die frühere FMM-Touristenkarte an vielen internationalen Flughäfen inzwischen digital erfasst. Wenn du über den Landweg nach Mexiko einreist, benötigst du weiterhin eine FMM. Da sich Einreisebestimmungen ändern können, prüfst du den aktuellen Stand am besten vor der Reise noch einmal beim Auswärtigen Amt.
Unterkünfte
- Wir haben auf unserer Rundreise überwiegend in kleineren Hotels, Apartments und privaten Unterkünften übernachtet. Gebucht haben wir meist passend zur jeweiligen Station und nicht in großen Resorts.
- Cancun: B&B Pecari
- Isla Mujeres: Marias Kan Kin
- Cozumel: Budgies
- Tulum: Las Mariposas Hotel
- Bacalar: Lura Bacalar
- Valladolid: La Casa de Angel
- Merida: Loft Currito
- El Cuyo: Hacienda Antigua
- Auf Holbox lief es allerdings anders als geplant: Unsere gebuchte Unterkunft existierte gar nicht und stellte sich als Fake heraus. Weil kurz vor Silvester fast alles ausgebucht war, mussten wir die Insel nach nur einer Nacht wieder verlassen. Darauf gehe ich später im Reisebericht noch genauer ein.
Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten
- Zu unseren wichtigsten Stationen auf Yucatán gehörten die Maya-Stätten von Chichén Itzá und Tulum, verschiedene Cenoten, die Inseln Holbox, Isla Mujeres und Cozumel sowie die Lagune von Bacalar. Im Landesinneren haben uns außerdem Valladolid und Mérida einen ganz anderen Eindruck von der Region vermittelt.
- Wenn du mehr Zeit hast, kannst du zusätzlich weitere Maya-Stätten oder kleinere Orte abseits der klassischen Route einbauen.
Gut zu wissen
Unterwegs
Zwischen vielen Orten auf Yucatán kommst du gut mit Fernbussen und Colectivos voran. Für abgelegenere Ziele oder kleinere Orte kann ein Mietwagen praktischer sein.
Währung
Bezahlt wird mit dem Mexikanischen Peso (MXN). In touristischen Gegenden werden teilweise auch US-Dollar akzeptiert, meist ist Bezahlen in Pesos aber sinnvoller.
Sprache
Amtssprache ist Spanisch. In touristischen Regionen kommst du oft auch mit Englisch weiter, außerhalb davon kann etwas Spanisch sehr hilfreich sein.
Sicherheit
Yucatán und Quintana Roo gehören zu den touristisch stark erschlossenen Regionen Mexikos, trotzdem solltest du dich vor der Reise über die aktuelle Sicherheitslage informieren und die Hinweise des Auswärtigen Amts prüfen.
Cenoten
In vielen Cenoten sind Sonnenschutzmittel und andere Pflegeprodukte im Wasser nicht erlaubt oder unerwünscht, um das empfindliche Ökosystem zu schützen. Vor dem Baden deshalb am besten die Regeln vor Ort beachten.
In diesem Reisebericht nehme ich dich mit auf unsere vierwöchige Yucatán-Rundreise, zeige dir unsere Route und erzähle dir, welche Orte mir besonders gefallen haben und welche eher nicht. Dazu findest du praktische Tipps für deine eigene individuelle Reise durch Yucatán.
Anreise nach Mexiko
Ein holpriger Start in unsere Yucatán-Reise
Unsere Reise begann mit einem Flug von Frankfurt über Mexiko-Stadt nach Cancún. Es war unsere erste große Reise seit der Pandemie und entsprechend groß war die Vorfreude. Ganz nach Plan lief der Start allerdings nicht: Wir verpassten unseren Anschlussflug in Mexiko-Stadt und verbrachten deshalb eine Nacht am Flughafen.
Am nächsten Tag ging es schließlich weiter nach Cancún. Wir nutzten den Aufenthalt vor allem, um uns zu orientieren, eine mexikanische SIM-Karte zu besorgen und Bustickets für die Weiterreise zu kaufen. Unsere SIM-Karte kauften wir direkt vor Ort von Telcel. Mit dem Empfang waren wir während der Reise sehr zufrieden und konnten damit problemlos navigieren und unterwegs erreichbar bleiben. Die konkreten Tarife von damals würde ich heute allerdings nicht mehr als Orientierung nehmen, da unsere Reise einige Jahre zurückliegt. Heutzutage würde ich eine E-Sim von Airalo bevorzugen.

Was uns auf der Reise schnell aufgefallen ist: Ein paar Grundkenntnisse in Spanisch helfen enorm. In den touristischen Orten kommt man häufig mit Englisch zurecht, aber längst nicht überall. Gerade unterwegs mit Bussen, in kleineren Restaurants oder abseits der bekannten Orte waren ein paar spanische Sätze sehr hilfreich. Von Cancún aus startete dann unsere eigentliche Rundreise. Unser erstes Ziel war Isla Holbox.

Isla Holbox
Schöner Start mit ungeplantem Ende
Unsere erste richtige Station war Isla Holbox nördlich der Yucatán-Halbinsel. Die Anreise ist unkompliziert: Von Cancún geht es zunächst mit dem Bus nach Chiquilá und von dort mit der Fähre weiter auf die Insel. Autos spielen auf Holbox kaum eine Rolle, stattdessen sieht man vor allem Golfcarts und Fahrräder auf den sandigen Straßen.

Eigentlich wollten wir hier Silvester verbringen. Holbox hat breite Strände, kleine Restaurants und insgesamt eine sehr lockere Atmosphäre. Unser Aufenthalt verlief dann allerdings komplett anders als geplant. Als wir bei unserer gebuchten Unterkunft ankamen, stellte sich heraus, dass sie gar nicht existierte. Die Unterkunft war ein Fake. Zum Glück bekamen wir das Geld von Airbnb vollständig zurück. Weil Silvester direkt bevorstand, war auf der Insel aber fast alles ausgebucht und kurzfristig kaum noch etwas Bezahlbares zu finden.
Nach nur einer Nacht mussten wir Holbox deshalb schon wieder verlassen. Schade, denn wir hätten die Insel gern noch länger kennengelernt. Gleichzeitig war genau das einer dieser Reisemomente, die man so sicher nicht plant und später trotzdem nicht vergisst. Unsere spontane Alternative wurde Isla Mujeres, wo wir schließlich auch Silvester verbrachten.
Isla Mujeres
Silvester auf Plan B
Nach unserem ungeplanten Abbruch auf Holbox ging es weiter nach Isla Mujeres. Eigentlich stand die Insel so gar nicht auf unserem Plan. Über den Jahreswechsel waren bereits viele Unterkünfte ausgebucht. Dennoch fanden wir ein tolles Hotel mit privaten Strand und einem tollen kleinen Restaurant Kin Ha direkt am Meer. Nach dem ganzen Durcheinander mit der Fake-Unterkunft auf Holbox war das genau das Richtige: gutes Essen, Blick aufs Wasser und ein wundervoller Start ins neue Jahr.

Natürlich haben wir uns auch die Insel selbst angesehen. Besonders gut gefallen hat mir Punta Sur am südlichen Ende von Isla Mujeres. Dort treffen Klippen, Meer und die Überreste eines kleinen Maya-Tempels aufeinander. Auch unter Wasser gibt es einiges zu entdecken. Wir waren beim Unterwasser-Skulpturenpark MUSA, dessen Figuren inzwischen teilweise mit Korallen bewachsen sind und als künstliches Riff dienen.
Ein beliebter Weg, die Insel zu erkunden, ist übrigens per Golfcart oder Roller, die du fast überall ausleihen kannst. Damit konnten wir flexibel verschiedene Ecken anfahren und auch mal abseits der bekannteren Strände stoppen. Isla Mujeres war für uns letztlich ein ziemlich guter Plan B und deutlich mehr als nur ein Ersatz für Holbox.
Cozumel
Zwischen Maya-Ruinen und Unterwasserwelt
Nach Isla Mujeres ging es für uns weiter nach Cozumel. Von Cancún fuhren wir zunächst nach Playa del Carmen und von dort mit der Fähre auf die Insel. Cozumel ist vor allem für seine Korallenriffe bekannt und gehört zu den bekanntesten Tauch- und Schnorchelzielen Mexikos. Wir waren aber nicht nur wegen der Unterwasserwelt dort. Früh am Morgen besuchten wir die Maya-Stätte San Gervasio im Inselinneren. So waren wir noch vor vielen Tagesgästen der Kreuzfahrtschiffe unterwegs und konnten uns die Ruinen in Ruhe ansehen. Um mehr von der Insel zu sehen, lohnt sich ein Roller oder Mietwagen. Wir waren damit flexibel unterwegs und konnten verschiedene Ecken von Cozumel erkunden. Einen Stopp machten wir im Skyreef Beach Club, wo man direkt vor der Küste schnorcheln kann. Nach der Inseltour war das genau die richtige Mischung aus Wasser, Sonne und ein bisschen Pause.

Auch kulinarisch blieb Cozumel bei mir hängen. Dort probierten wir unter anderem Cochinita Pibil, eine typische Spezialität der Yucatán-Halbinsel. Das Schweinefleisch wird mit Achiote gewürzt und traditionell langsam gegart. Serviert mit roten Zwiebeln, Limette und Tortillas fand ich das richtig lecker.
Tulum
Hype mit Hindernissen
Tulum war unser nächstes Ziel auf der Route und ehrlich gesagt ein Ort, bei dem ich etwas zwiegespalten war. Die Stadt ist stark vom Tourismus geprägt. Luxushotels, Beachclubs, Instagram-Spots und viel Verkehr gehören inzwischen genauso zum Bild wie Strand und Maya-Ruinen. Trotzdem hatten wir dort ein paar schöne Tage.

Besonders sehenswert fand ich die Maya-Stätte von Tulum direkt an der Küste. Die Lage auf den Klippen über dem Karibischen Meer macht sie sowieso besonders, aber auch geschichtlich steckt hier viel mehr dahinter, als man auf den ersten Blick denkt. Tulum war im 13. und 14. Jahrhundert eine bedeutende befestigte Küstenstadt und ein wichtiger Handelsplatz der Maya. Über See- und Landwege wurden unter anderem Salz, Kakao, Jade, Obsidian und Textilien gehandelt. Früher wurde der Ort Zamá genannt, was ungefähr „Morgen“ oder „Sonnenaufgang“ bedeutet. Der heutige Name Tulum bezieht sich auf die massive Mauer, die die Stadt auf drei Seiten umgibt. Gerade wenn man dort steht und auf das Meer schaut, kann man sich ziemlich gut vorstellen, warum dieser Platz für Handel und Verteidigung so wichtig war. Wir waren früh dort, was ich auf jeden Fall empfehlen würde, denn später wird es schnell deutlich voller.
Auch die Gran Cenote haben wir besucht. Das klare Süßwasser, die Felsen und die teilweise offenen Höhlenbereiche machen sie zu einem schönen Ort zum Schwimmen und Schnorcheln. Wir konnten dort auch kleine Fische und Schildkröten beobachten.

Für mich war Tulum insgesamt interessant, aber deutlich touristischer als viele andere Stationen unserer Reise. Wenn ich heute noch einmal durch Yucatán reisen würde, würde ich vermutlich weniger Zeit dort einplanen und dafür länger in Bacalar oder Valladolid bleiben.
Bacalar
Die Lagune der sieben Farben
Von Tulum ging es für uns weiter nach Bacalar im Süden von Quintana Roo. Schon nach kurzer Zeit war klar: Bacalar gehört für mich zu den schönsten Orten unserer gesamten Reise. Bekannt ist der Ort vor allem für die Laguna de Bacalar, die wegen ihrer unterschiedlichen Blau- und Türkistöne auch „Lagune der sieben Farben“ genannt wird. Je nach Tiefe, Untergrund und Licht verändert sich die Farbe des Wassers deutlich. Gerade vom Ufer oder vom Boot aus sieht man diese Unterschiede richtig gut.

Ein besonderer Bereich der Lagune ist Cocalitos mit seinen Stromatolithen. Sie sehen auf den ersten Blick wie Steine aus, sind aber lebende Strukturen, die von Mikroorganismen aufgebaut werden und zu den ältesten bekannten Lebensformen der Erde gehören. Genau deshalb sind sie extrem empfindlich. Man sollte sie weder betreten noch anfassen und auch keine Sonnencreme oder andere Chemikalien ins Wasser eintragen.
Eines meiner Highlights in Bacalar war unsere Segeltour über die Lagune. Wir buchten sie spontan vor Ort und fuhren mehrere Stunden über das ruhige Wasser, hielten an verschiedenen Stellen und konnten zwischendurch ins Wasser springen. Gerade vom Boot aus kamen die unterschiedlichen Farben der Lagune noch einmal richtig zur Geltung. Wir waren mit Paradise Living Bacalar unterwegs und hatten damals eine richtig schöne Tour. Sogar zwei große Welse konnten wir vom Boot aus beobachten.

Auch an Land lohnt sich Bacalar. Direkt im Ort steht das Fuerte de San Felipe, eine spanische Festung aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde errichtet, um die Region gegen britische Expansion sowie Angriffe und Überfälle aus Richtung Belize zu sichern. Heute befindet sich dort ein Museum zur Geschichte Bacalars und von den Mauern hat man einen guten Blick über die Lagune. Was mir an Bacalar besonders gefallen hat, war der Kontrast zu Tulum. Es ging deutlich ruhiger zu und wir hatten nicht das Gefühl, von einem Programmpunkt zum nächsten hetzen zu müssen. Ich wäre hier im Nachhinein gern noch etwas länger geblieben.
Valladolid
Farben, Kultur und Chichen Itza
Nach den entspannten Tagen in Bacalar ging es für uns weiter ins Landesinnere nach Valladolid. Die Stadt hat uns direkt gut gefallen. Bunte Häuserfassaden, kleine Plätze, Kirchen und deutlich weniger Trubel als an der Karibikküste machten Valladolid für uns zu einer angenehmen Abwechslung. Wir ließen uns einfach durch die Straßen treiben, tranken Agua Fresca und schauten uns die Stadt in Ruhe an. Besonders schön fand ich die vielen farbigen Fassaden und die koloniale Architektur, die Valladolid ein ganz eigenes Stadtbild geben.

Ein interessanter Ort ist das Convento de San Bernardino de Siena, ein ehemaliges Franziskanerkloster aus dem 16. Jahrhundert. Der Komplex wurde ab 1552 errichtet und verband Kloster und Festungsfunktion miteinander. Gerade deshalb wirkt das Gebäude deutlich massiver als viele andere Kirchen in der Region. Valladolid eignet sich außerdem sehr gut als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Von hier aus besuchten wir Chichén Itzá, aber auch mehrere Cenoten liegen rund um die Stadt. Gerade diese Mischung aus kleiner Stadt, Geschichte und Ausflügen ins Umland hat mir an Valladolid besonders gefallen.
Chichen Itza
Machtzentrum, Kultstätte und Maya-Metropole
Von Valladolid aus machten wir uns früh morgens auf den Weg nach Chichén Itzá. Das frühe Aufstehen hat sich definitiv gelohnt, denn kurz nach der Öffnung war es noch vergleichsweise ruhig. Und auch wenn man die berühmte Pyramide schon unzählige Male auf Fotos gesehen hat: Wenn man plötzlich selbst davorsteht, wirkt sie noch einmal ganz anders.

Chichén Itzá war viel mehr als eine Ansammlung von Tempeln. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum im Norden der Yucatán-Halbinsel und erlebte ihre Blüte ungefähr zwischen 600 und 1200 n. Chr. Auffällig sind auch Einflüsse aus Zentralmexiko, die sich unter anderem in der Architektur und im Kult um Kukulcán zeigen. Schätzungen des mexikanischen INAH zufolge lebten während der Blütezeit zeitweise Zehntausende Menschen in und um die Stadt. Seit 1988 gehört Chichén Itzá zum UNESCO-Welterbe. Im Mittelpunkt steht natürlich El Castillo, der Tempel des Kukulcán. Die Pyramide besteht aus neun abgestuften Ebenen und vier Treppen. Besonders bekannt ist das Licht- und Schattenspiel rund um die Tagundnachtgleichen: Auf der Nordtreppe entsteht dabei eine Reihe dreieckiger Schatten, die zusammen mit dem steinernen Schlangenkopf am Fuß der Treppe wie der Körper einer Schlange wirken. Kukulcán, die gefiederte Schlange, spielte in Chichén Itzá eine zentrale religiöse Rolle.
Mindestens genauso spannend fand ich den Großen Ballspielplatz. Er gehört zu den eindrucksvollsten Anlagen dieser Art in Mesoamerika. Das Ballspiel war nicht einfach Sport, sondern hatte auch eine religiöse und gesellschaftliche Bedeutung. Reliefs an den Wänden zeigen unter anderem Krieger und Szenen mit Enthauptungen. Genau solche Details machen erst deutlich, dass Chichén Itzá nicht nur aus der berühmten Pyramide besteht.

Auch El Caracol, das auffällige runde Gebäude der Anlage, wird mit astronomischen Beobachtungen in Verbindung gebracht. Hinzu kommen der Tempel der Krieger, zahlreiche Säulen, Plattformen und der Cenote Sagrado. Letzterer hatte eine besondere rituelle Bedeutung. Archäologische Funde zeigen, dass dort Opfergaben und auch menschliche Überreste deponiert wurden. Der Name Chichén Itzá hängt übrigens direkt mit diesen Wasserstellen zusammen und bedeutet sinngemäß „am Brunnen der Itzá“. Für die Anlage würde ich mehrere Stunden einplanen. Wir waren direkt zur Öffnung dort und würden es genauso wieder machen. Später wird es nicht nur deutlich voller, sondern auch wesentlich heißer.
Merida
Die kulturelle Hauptstadt Yucatans
Nach Valladolid und Chichén Itzá ging es für uns weiter nach Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Nach den kleineren Orten auf unserer Route war Mérida deutlich größer und lebendiger. Im historischen Zentrum kommt man an der Plaza Grande kaum vorbei. Rund um den Platz stehen einige der wichtigsten Gebäude der Stadt, darunter die Kathedrale San Ildefonso und der Palacio de Gobierno. Die Kathedrale wurde zwischen 1562 und 1597 erbaut und gehört damit zu den ältesten Kathedralen Mexikos. Spannend fand ich vor allem, dass für Teile des Baus Steine aus Gebäuden der früheren Maya-Stadt T’Hó verwendet wurden, auf deren Gebiet Mérida entstand. Im Palacio de Gobierno lohnen sich besonders die Wandgemälde von Fernando Castro Pacheco. Insgesamt 27 Murales erzählen verschiedene Kapitel der Geschichte Yucatáns, von der vorspanischen Zeit über die spanische Eroberung bis in die jüngere Geschichte. Dadurch ist das Gebäude deutlich mehr als nur ein Regierungsgebäude.

Am besten hat mir Mérida am Abend gefallen. Sobald es etwas kühler wurde, war rund um die Plätze deutlich mehr los. Straßenmusik, Tanz und kleinere Veranstaltungen gehörten ganz selbstverständlich zum Stadtbild und wir ließen uns einfach durch das Zentrum treiben. Natürlich haben wir auch wieder einiges probiert. In Mérida gab es für uns zum Beispiel Papadzules, mit Ei gefüllte Maistortillas in einer Kürbiskernsauce und Tomatensalsa. Klingt erstmal etwas ungewöhnlich, fand ich aber richtig lecker. Für uns war Mérida noch einmal eine ganz andere Seite von Yucatán: größer, lebendiger und kulturell deutlich dichter als viele der vorherigen Stationen. Danach ging es für uns weiter zur letzten Etappe unserer Rundreise nach El Cuyo.
El Cuyo
Ruhiger Abschluss an der Nordküste
Zum Abschluss unserer Reise folgten wir dem Tipp eines Einheimischen und fuhren ganz in den Norden Yucatáns nach El Cuyo. Das Besondere an El Cuyo ist meiner Meinung nach nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern das Gesamtgefühl: sandige Straßen, kleine bunte Häuser, lange Strände und eine Gelassenheit, die man an der touristisch erschlossenen Riviera Maya nur noch selten findet. Früher war El Cuyo ein bedeutender Hafen für den Holzhandel. Erst als dieser Wirtschaftszweig zurückging, entwickelte sich der Ort stärker zum Fischerdorf. Außerdem gibt es in der Umgebung einen versteinerten Wald, der sogar auf der offiziellen Website des Bundesstaates Yucatán erwähnt wird.

Besonders schön fand ich die Natur rund um den Ort. In den umliegenden Lagunen leben zahlreiche Vogelarten und wir konnten hin und wieder Flamingos über die Mangroven fliegen sehen. Genau solche kleinen Momente sind mir von El Cuyo bis heute in Erinnerung geblieben. Der Ort ist außerdem bei Kitesurfern beliebt, denn die regelmäßigen Winde und das flache Wasser in Strandnähe bieten vor allem in der windreichen Jahreszeit gute Bedingungen. Wer es lieber ruhiger mag, kann einfach am Strand spazieren, baden oder den Sonnenuntergang genießen.

Für uns war El Cuyo der perfekte Abschluss unserer vierwöchigen Rundreise. Nach Städten, Inseln, Maya-Stätten und mehreren Ortswechseln wollten wir am Ende einfach noch ein bisschen Ruhe. Genau das haben wir hier gefunden.
Fazit
Vier Wochen Yucatán individuell bereisen
Nach vier Wochen auf der Yucatán-Halbinsel ist mir vor allem geblieben, wie unterschiedlich die einzelnen Stationen waren. Inseln wie Isla Mujeres und Cozumel, die Maya-Stätten von Tulum und Chichén Itzá, die Lagune von Bacalar, Städte wie Valladolid und Mérida und zum Schluss das ruhige El Cuyo haben die Reise sehr abwechslungsreich gemacht. Am besten gefallen haben mir rückblickend Bacalar, Valladolid und El Cuyo. Bacalar wegen der Lagune und der entspannten Atmosphäre, Valladolid als schöne Basis für Ausflüge ins Landesinnere und El Cuyo, weil wir dort zum Abschluss einfach noch einmal ein paar ruhige Tage hatten. Tulum fand ich dagegen zwar sehenswert, würde dort heute aber weniger Zeit einplanen. Unsere Route war nicht komplett durchgetaktet, und genau das hat für uns gut funktioniert. So blieb unterwegs immer etwas Spielraum für spontane Änderungen und Tipps vor Ort, wie zum Beispiel El Cuyo.
Wenn ich die Reise heute noch einmal planen würde, würde ich wieder eine grobe Route festlegen, aber bewusst etwas Luft lassen. Yucatán lässt sich sehr gut individuell mit dem Rucksack bereisen, und gerade die Mischung aus Inseln, Maya-Geschichte, Cenoten, Städten und Küste hat mir an dieser Reise besonders gefallen.
FAQ: Yucatán Rundreise
Alles, was du vor deiner Yucatán-Reise wissen solltest
Kann man Yucatán gut mit dem Rucksack bereisen?
Ja. Wir waren selbst vier Wochen mit dem Rucksack unterwegs und haben einen Großteil der Strecken mit Fernbussen, Colectivos und Fähren zurückgelegt. Gerade zwischen den größeren Orten funktioniert das gut. Für abgelegenere Ziele kann ein Mietwagen praktischer sein.
Was kostet eine Yucatán-Rundreise?
Das hängt stark von Route und Reisestil ab. Vor allem die Karibikküste und Inseln wie Isla Mujeres können deutlich teurer sein als Orte im Landesinneren. Aktuelle Reisedaten zeigen diese Unterschiede gut: Budgetreisende liegen in Mérida im Durchschnitt bei etwa 40 US-Dollar pro Tag, in Cancún eher bei rund 65 US-Dollar. Unterkunft, Ausflüge und die Anzahl der Ortswechsel können das Budget aber schnell erhöhen.
Ist Yucatán für Individualreisende sicher?
Wir haben uns auf unserer eigenen Reise grundsätzlich gut zurechtgefunden. Trotzdem würde ich Yucatán nicht pauschal als „sicher“ bezeichnen. Die Sicherheitslage in Mexiko kann sich regional und kurzfristig ändern. Das Auswärtige Amt empfiehlt aktuell generell erhöhte Aufmerksamkeit und eine sorgfältige Vorbereitung von Überlandfahrten. Vor der Reise solltest du deshalb immer die aktuellen Hinweise für die jeweiligen Bundesstaaten prüfen. Auch auf deinen Rucksack und deine Wertsachen solltest du stets ein Auge werfen.
Braucht man für Mexiko ein Visum?
Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 180 Tagen grundsätzlich kein Visum. Die tatsächlich gewährte Aufenthaltsdauer wird bei der Einreise festgelegt und kann auch kürzer ausfallen. Die Behörden können unter anderem Nachweise zur Unterkunft, Rückreise und zum Reiseplan verlangen.
Welche Orte auf Yucatán haben mir persönlich am besten gefallen?
Zu meinen Favoriten gehörten vor allem Bacalar, Valladolid und El Cuyo. Bacalar wegen der Lagune, Valladolid wegen der Mischung aus Stadt und Ausflugsmöglichkeiten und El Cuyo, weil wir dort am Ende der Reise noch einmal richtig zur Ruhe kamen. Tulum fand ich dagegen zwar sehenswert, würde dort heute aber weniger Zeit einplanen.

















